Corpus inscriptionum regni Bosporani: Album imaginum (2004)
Einleitende Bemerkungen
Die vorliegende Ausgabe des KBN-Albums bzw. CIRB-Albums ist in ihrer elektronischen und gedruckten Version als Anhang zum Corpus der bosporanischen Inschriften (KBN bzw. CIRB) zu verstehen, der 1965 erschienen ist. Daher sind im KBN-Album auch nur Fotomaterialien zu KBN-Inschriften enthalten; es sind keine Fotos bosporanischer Inschriften veröffentlicht worden, die nicht in dieser Ausgabe veröffentlicht sind. Die Inschriftentexte werden nicht im KBN-Album wiedergegeben. Die Materialien der jetzigen Ausgabe sind vor allem der Sammlung des SPb I.I. RAN (früheres LO I.I.) entnommen, die hauptsächlich gegen Ende der 50er Jahre unter Beteiligung auch der Wissenschaftler aus der LOIA (heute IIMK RAN) zusammengestellt wurde. Über die Geschichte dieser Kollektion, deren Veröffentlichung sich fast ein halbes Jahrhundert hinzog, wird ausführlich in der Übersicht Geschichte des KBN und seines Fotoarchivs berichtet.
Die überwiegende Anzahl der Illustrationen sind Fotos des Steins (seltener des Abklatsches); in einzelnen Fällen war es angemessen, Zeichnungen vorzuziehen[1]. Auf die Wiedergabe des Textes mit Hilfe einer konventionellen epigraphischen Schrift wurde aufgrund des geringen Dokumentationswertes verzichtet; daher wurden Wiedergaben dieses Typs nicht ins Album aufgenommen.
Ein Verzeichnis der KBN-Nummern, zu denen es in der gedruckten oder elektronischen Version Illustrationen gibt, findet der Leser in dem Verzeichnis der Illustrationen. In der gedruckten Version werden die Illustrationen in der ansteigenden KBN-Ordnung wiedergegeben; mitunter ist aus Gründen der Montage auf einer oder auf einer Doppelseite die Anordnung frei gewählt.
Wenn es nur in der elektronischen Version Abbildungen zu dieser oder jenen Inschrift gibt, wie in dem Fall, wenn diese zusätzliche Abbildungen zum Denkmal enthält, steht in der gedruckten Version neben der entsprechenden Nummer ein Symbol, das auf die elektronische Version verweist (→ CD).
Auf eine Inschrift können sich einige Abbildungen beziehen, das können z.B. Fotos des Denkmals aus verschiedenen Zeiten sein oder solche, die das Äußere des Steins zusammen mit der Inschrift in einem größeren Format aufnehmen oder auch einzelne Teile des Denkmals wiedergeben; manchmal wird dem Foto des Steins auch das Foto des Abklatsches oder dasjenige der Zeichnung beigefügt. In diesen Fällen sind alle Illustrationen, die sich auf eine Inschrift beziehen, auf einem gemeinsamen grauen Hintergrund vereint.
In einzelnen Fällen musste man auf das Scannen der Fotos aus früheren Ausgaben zurückgreifen; die Quelle wird in den Lemmata angezeigt. Auch die Ausgaben, aus denen dann Zeichnungen genommen sind, werden dort genannt.
Die Lemmata mit einer kurzen Beschreibung der zu veröffentlichenden Denkmäler werden auf Latein veröffentlicht, der traditionellen Sprache für Inschriftenkorpora. Sie bauen auf den KBN-Lemmata auf, um sie in einigen Fällen zu präzisieren. Aus den KBN-Lemmata werden lediglich das Material und die Ausmaße des Steins, die Größe der Buchstaben, Hinweise auf den Ort[2] und die Zeit der Entdeckung und auf den heutigen Aufenthaltsort genommen; wenn eines dieser Parameter nicht im KBN angeführt ist, so ist es in der Regel auch in der vorliegenden Ausgabe nicht vorhanden.
Auf der Grundlage der Mitteilungen aus den jeweiligen Museen wurden den Lemmata auch die Inventarnummern der Sammlungen in den Museen hinzugefügt, welche im KBN fehlen; in einzelnen Fällen konnten diese nicht festgestellt werden. Die Inventarnummern werden auch für die in der jetzigen Ausgabe benutzten Archivmaterialien angegeben, die die Kollektion des Historischen Instituts ergänzen (Negative aus dem Fotoarchiv des IIMK RAN und aus der Negativabteilung der Eremitage, Abklatsche aus dem Handschriftenarchiv des IIMK RAN). Trotz der lateinischen Lemmata wird für die Übertragung des Buchstabenverzeichnisses in den Inventarnummern der Museen die kyrillische Schrift beibehalten.
Verweise auf die wissenschaftliche Literatur werden nur in zwei Fällen gegeben:
- wenn die zu veröffentlichende Abbildung von der vorhergehenden Ausgabe gescannt wurde (ein Verzeichnis aller Ausgaben, in denen die Abbildung dieser oder jener Inschrift enthalten ist, wird in den Lemmata nicht aufgeführt).
- Wenn diese oder jene Veröffentlichung etwas prinzipiell Neues im Vergleich zum KBN über die Herkunft, den Aufbewahrungsort des Steins usw. mitteilt. Hierzu gehören insbesondere auch die Anmerkungen zu den Fällen, in denen es Forschern gelang, fragmentarische Inschriften zu vereinen, die im KBN unter verschiedenen Nummern veröffentlicht wurden (z. B. 77 + 1036; 1132 + 1162 oder vor kurzem 1295 + 1298).
Die Datierungen der Inschriften aus dem KBN werden nur dann angeführt, wenn sie sich aus dem Inschriftentext, nicht aber aus der Schriftart, ergeben.
Ein Verzeichnis der russischen und lateinischen Abkürzungen, die in den Lemmata benutzt werden, folgt weiter unten.
Die veröffentlichten Anlagen beziehen sich nicht so sehr auf das KBN-Album als vielmehr auf den Korpus von 1965 selbst.
In der Anlage I ist ein Verzeichnis der Abklatsche aufgeführt, die von den in den KBN eingegangenen bosporanischen Inschriften gemacht wurden und im Handschriftenarchiv des IIMK RAN aufbewahrt werden.
Anlage II enthält ein von V. F. Sanžarovec erstelltes toponymisches Register zu den KBN-Lemmata. Diese Anlage wird nur auf Russisch veröffentlicht und soll zur genaueren Ortsangabe einzelner pantikapäischer Denkmäler dienen. Es wird dabei von den heutigen toponymischen Realien in Kerč ausgegangen: im Laufe des vorigen Jahrhunderts wurden wiederholt Namensänderungen vorgenommen.
Anhang III sind Wiedergaben geographischer Karten aus verschiedenen Ausgaben, die dem Leser des KBN-Albums wie auch des KBN-Hauptbands, der keine Karten enthält, helfen.
Der elektronische Anhang des KBN-Albums/CD (CIRB-Album/CD) ist im Standardformat (pdf) für elektronische Bücher ausgeführt. Diese Version erlaubt a) die Inschrift oder ihre Fragmente in einer beliebigen Vergrößerung zu betrachten, b) die Texte der lateinischen Lemmata der vorliegenden Ausgabe mit einer Abbildung des Steins unmittelbar daneben zu vereinen, c) eine freie Suche im Textmaterial durchzuführen. In ihrer Vollständigkeit übertrifft die elektronische Version die Buchversion, weil letztere eine Reihe von Illustrationen auslässt, deren Qualität als wenig geeignet für den Druck erschien.
In Zukunft ist das Erscheinen einer überarbeiteten neuen elektronischen Version als mögliches Projekt vorgesehen.
- [1] Verschiedene Typen von Zeichnungen haben einen unterschiedlichen Dokumentationswert. Am zuverlässigsten sind diejenigen unter ihnen, die genau nach dem Abklatsch (Zeichnungen im eigentlichen Sinne) angefertigt wurden. Einen geringeren Wert haben die Inschriftenkopien, die vom Stein "aus dem Stegreif" gemacht wurden. Manchmal geben die von uns veröffentlichten Zeichnungen nur eine Vorstellung vom Äußeren des Denkmals, und die Darstellung der Inschrift ist ungenauer, wobei der Text wird in einer konventionellen epigraphischen Schrift wiedergegeben wird
- [2] Die heutigen (d.h. nicht die antiken) Bezeichnungen der Siedlungen werden in den Lemmata mit einem Stern gekennzeichnet. Für die pantikapäischen Denkmäler wird der Fundort am häufigsten annähernd angegeben (Gliniščte, Berg Mitridat, Stadtzentrum); für eine genauere Information verweisen wir auf die Lemmata im KBN selbst und das Namensverzeichnis, welches im Anhang II dieses Albums enthalten ist.